Freelancer · Ratgeber · 6 Min
Honorare richtig kalkulieren – Schritt für Schritt
Viele Selbstständige setzen ihren Stundensatz zu niedrig an, weil sie ihn mit einem Angestelltenlohn vergleichen. Dabei muss dein Honorar deutlich mehr abdecken als das Gehalt.
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1. Vom Wunscheinkommen ausgehen
Starte mit dem Betrag, der dir im Jahr vor Steuern zum Leben bleiben soll – vergleichbar mit einem Bruttogehalt. Beispiel: 50.000 € im Jahr.
2. Vorsorge und Versicherungen dazurechnen
Als Selbstständige zahlst du Kranken- und Pflegeversicherung allein, dazu Altersvorsorge und ggf. Berufshaftpflicht. Angestellten zahlt der Arbeitgeber rund die Hälfte der Sozialabgaben. Plane grob 20–30 % deines Wunscheinkommens ein – im Beispiel etwa 12.500 €.
Kreative und Publizisten können über die Künstlersozialkasse versichert sein; dann trägt die KSK einen Teil der Beiträge.
3. Betriebskosten erfassen
Software, Hardware, Büro oder Coworking, Telefon, Weiterbildung, Steuerberatung, Fahrtkosten: Liste alles für ein Jahr auf. Im Beispiel 8.000 €.
4. Fakturierbare Stunden realistisch schätzen
Ein Jahr hat rund 250 Werktage. Abzüglich Urlaub (30 Tage), Krankheit (ca. 10 Tage) und Feiertage bleiben etwa 200 Arbeitstage. Davon gehen Akquise, Buchhaltung und Verwaltung ab – oft 30–40 % der Zeit. Realistisch sind 5 abrechenbare Stunden pro Tag, also rund 1.000 Stunden im Jahr.
5. Stundensatz berechnen
(50.000 € + 12.500 € + 8.000 €) ÷ 1.000 Stunden = 70,50 € netto pro Stunde.
Dazu kommt ein Puffer für Leerlauf und Risiko, etwa 10–15 %. Damit landest du bei rund 80 €. Umsatzsteuer kommt bei Regelbesteuerung obendrauf.
6. Mit dem Markt abgleichen
Der berechnete Satz ist deine Untergrenze. Liegt der Markt darüber, nimm den höheren Wert. Liegt er darunter, prüfe Kosten, Spezialisierung oder Angebotsform (Tages- oder Projektpreise).
Selbst ausrechnen
Mit dem Stundensatz-Rechner setzt du deine eigenen Zahlen ein. Den Nettobetrag nach Steuern zeigt der Freelancer-Netto-Rechner.
Orientierungswerte, keine Steuer- oder Unternehmensberatung.
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